Geschichte

aichholz

1976-1982 Der Anfang

Der 1. Karate Kick Box Club Union Wiener Neustadt wurde 1976 von Peter Aichholzer (Abbildung) ins Leben gerufen. Unter seiner Führung wurde in Wiener Neustadt traditionelles Karate gelehrt, welches er bei vielen verschiedenen Meistern lernen durfte. Seine Studien führten ihn auch auf Okinawa, die Geburtsstätte des Karate, wo er sein Können zu hoher Perfektion brachte.
Um seinen einmaligen Karatestil den damaligen sportlichen Verhältnissen anzupassen, lehrte er seinen Schülern den sportlichen Shotokan Stil, welchen er für höhere Grade mit Elementen aus "seinem" traditionellen Karate anreicherte. Auf der Suche nach einer "realistischen" sportlichen Vergleichsmöglichkeit zwischen Kämpfern verschiedener Stile führte Aichholzer als einer der Ersten das "Kontakt Karate" als Trainingsform ein, welches später vom Weltverband in Kickboxen umbenannt wurde. In dieser Sparte konnte der Verein viele Erfolge verbuchen.

 

 

bruno

1982-1992 Die Entwicklung

Gegen Ende des Jahres 1982 wanderte Aichholzer nach Equador (Südamerika) aus, um dort das Karate aber im Besonderen das Kickboxen zu verbreiten. Wegen seiner Pionierarbeit ist Peter Aichholzer heute noch Präsident des südamerikanischen Verbandes und Präsident der IAWO-Südamerika.

Seine Nachfolge übernahm sein Meisterschüler Bruno Passler (Abbildung), welcher sein ganzes Leben dem Geist des Bushido gewidmet hatte. Als Präsident des niederösterreichischen Landesfachverband für Kickboxen konnte diese Sportart wegen seines Einsatzes und seiner Erfolge auf nationalem und internationalem Gebiet (Sieger des Full Contact American Dan Championship 1988-1990), einen großen Entwicklungsschritt nach vorne machen. Er war es auch, der die Trainingsvielfalt des Vereines um die Sparten Iaido, Jodo, Ninjutsu und Combat Karate erweiterte. Sein Lehrer und Mentor während dieser Zeit war Dr. Wolfgang Schneider, Budoka der ersten Stunde, welcher die Kampfkünste in Japan und Frankreich aus erster Hand erlernt hatte.
Wegen seines umfangreichen Könnens und seines Einsatzes wurde Bruno Passler der Titel Renshi verliehen und ihm wurde somit die Ehre zuteil, sich der jüngste Großmeister Europas nennen zu dürfen.
Das Spezialgebiet von Renshi Passler war aber die Selbstverteidigung welche er zu so hoher Perfektion brachte, sodass er als Ausbilder von Spezialeinheiten des In- und Auslandes ein hohes Ansehen erwarb. Durch dieses Engagement wurde dem Verein das Combat Karate hinzugefügt, welches Renshi Passler durch Shihan Lt. Col. William R. Koger, Präsident der IAWO-USA, als einer der Ersten in Österreich einführte.
Während diesem Zeitraum konnte Renshi Bruno Passler in seiner Funktion als Obmann des Vereines Kyoshi Dr. Wolfgang Schneider dazu bewegen, das Amt des Vereinspräsidenten zu übernehmen, welches er bis heute inne hat.
Als Renshi Passler 1992 angeboten wurde, als Ausbilder amerikanischer S.W.A.T. Einheiten für 5 Jahre nach Florida zu gehen, wurde ein großer Traum für ihn Wirklichkeit. Mit dem Geld, dass ihm geboten wurde, hätte er in Österreich ein eigenes Dojo eröffnen wollen. Leider kam es nicht soweit. Wegen eines langen gesundheitlichen Leidens konnte er sich diesen Traum nicht verwirklichen. Im Geiste des Bushido, dem sein Leben gewidmet war, zog er im Februar 1992 den Freitod einem Leben ohne die Kampfkünste vor. Viele hochgraduierte Meister erwiesen Renshi Bruno Passler persönlich die letzte Ehre.
Soke Peter Land (Präsident der I.A.K.S.A.) hat für Bruno das Abschiedslied der Kamikaze gesungen, welches von ihm in offiziellem Rahmen nur 1973 vor dem damaligen japanischen Kronprinzen und jetzigem Kaiser vorgetragen wurde.
Sein Freund und Lehrer Shihan Dr. Wolfgang Schneider erwies Renshi Passler als seinem "Waffenbruder" die Ehre und führte am Grab die Kata Junto vor, welche die traditionelle Form des Sekundanten im Seppuku darstellt. Um ihm Ehre zu erweisen war auch O Sensei Juo Iwamoto (persönlicher Schüler von Soke Morihei Ueshiba) gekommen, welcher einen Kirschzweig auf das Grab legte. Als weitere Trauergäste waren angereist: Peter Aichholzer, Kyoshi Fritz Fichtinger und Renshi Günther Schwingenschlögl.

Johann Schneeweis

seit 1992: Besinnung auf alte Werte

1992 übernahm Sensei Johann Schneeweis die Obmannschaft des Vereins, welche er noch heute innehält. Unter dem Einfluß unseres Präsidenten Shihan Dr. Wolfgang Schneider wurde ab diesem Zeitpunkt wieder vermehrt Augenmerk auf die klassischen Künste gerichtet. Als von Soke Dr. Hatsumi beauftragter Lehrer (Shidoshi - Ho) des Bujinkan Dojo wurde das Ninjutsu, welches bis dahin nur Renshi-Sama Bruno Passler zugänglich war, allen Danträgern des Vereins eröffnet.
Weiters wurde viel Augenmerk auf des Studium des Nihon Kenjutsu und des Kobudo gelegt. Das Kickboxen wurde neben dem Karate die ganze Zeit über mit großem Erfolg weiterbetrieben. In Zusammenarbeit mit dem Boxclub Wiener Neustadt gelang es uns, einen hervorragenden Boxtrainer zu gewinnen, der die Boxtechnik der Kickboxer auf ein hohes Niveau bringen konnte.
Auf Drängen der Danträger, die vielen verschiedenen Sparten doch endlich auch formell zu verbinden, wurden alle Prinzipien der waffenlosen Kampfkünste in das Karatetraining eingebunden, und alle waffentechnischen Aspekte unter dem Namen Nihon Kenjutsu zusammengefasst. Somit stellt das heutige Karate des Vereines eine Synthese aus den traditionellen Elementen Karate, Ninjutsu und Ju Jutsu, sowie den modernen Elementen Combat Karate und Kickboxen dar. Hauptaugenmerk liegt aber auf dem Verständnis all dieser Elemente durch das Studium der Karate Kata. Im Kenjutsu ist der Schwerpunkt des Schülertrainings die Formen der Sete Iai des Zen Nihon Kendo Renmai und Kampftraining im Rahmen des Jiyu Kendo. Die Danträger konzentrieren sich auf die Formen der Muso Shinden Ryu und z.T. der Muso Jikiden Eisshin Ryu und bauen diese Elemente in die Freikampfübungen mit und ohne Rüstung ein. Im Januar 2000 wurde nach langen Überlegungen ein eigenes Kinder Training eingeführt, welches den Nachwuchs möglichst vielseitig schulen soll.
Um den Schülern auch die Teilnahme an Wettkämpfen im Karate (neben dem Kickboxen im Rahmen der WAKO) zu ermöglichen ist der Verein 1999 dem Österreichischen Karate Bund (ÖKB) als Mitglied beigetreten.