Okinawa Karate

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. Drucken

 

"Man kann niemanden überholen, wenn man in seine Fußstapfen tritt."
Francois Truffaut

Aufgrund seiner geographischen Lage war Okinawa schon immer ein Platz regen Kulturaustausches gewesen. So gelangten in erster Linie durch Kaufleute über die Jahrhunderte vor allem chinesische aber zum Teil auch philipinische und japanische Kampfkünste nach Okinawa, um sich dort mit der Kampfkunst der Einheimischen zu verbinden und ein überlegenes System zu schaffen, das Kara Te, auch To De (Kara oder To sind Bezeichnungen für China - Te bedeutet Hand), Okinawa Te oder Okinawa Kempo (japanische Bezeichnung für Kung Fu) bezeichnet wurde.

Im Laufe der Zeit entwickelten sich drei große okinawanische Schulen (Ryu), die nach den Städten benannt wurden, in deren Umgebung sie vermehrt gelehrt wurden: Shuri Te, Tomari Te und Naha Te. Die ersteren beiden Schulen werden auch unter dem Begriff Shorin Ryu zusammengefaßt, die Schulen um Naha als Shorei Ryu.

Während das Shorin Ryu verstärkt geradlinige Bewegungen bei ruhiger Atmung lehrt und seine Ursprung in nordchinesischen Systemen haben dürfte, liegt der Schwerpunkt im Shorei Ryu in runden Bewegungen bei tiefer Atmung. Das Shorei Ryu dürfte seinen Ursprung in südchinesischen Systemen haben und ist stark an die inneren Schulen angelehnt.

Grundlage all dieser Systeme sind festgelegte Bewegunsabläufe, sogenannte Formen oder Kata, in denen die Grundlagen, Prinzipien und Geheimnisse des jeweiligen Systems in verschlüsselter Form festgelegt sind.

Das nun hier in Wr.Neustadt gelehrte System vereinigt in seiner Formenstruktur die drei großen Schulen Okinawas. Darüber hinaus wurden zwei Formen direkt von chinesischen Systemen übernommen. Es werden sowohl äußere (shorin), als auch innere (shorei) Aspekte gelehrt.

Der Schwerpunkt liegt in der Analyse und Anwendung (Bunkai) der Kata. Die eigentlichen Geheimnisse der Kata werden erst in der oberen Stufe - der Okuden (für Meisterschüler, Dan- Träger) – unterrichtet. Neben den altüberlieferten Traditionen fließen in dieser Stufe auch die persönlichen Erfahrungen der jeweiligen Meister mit ein. Dementsprechend finden in dem in Wr. Neustadt gelehrten System in der Okuden auch Elemente des Ninjutsu (Togakure Ryu Ninpo Taijutsu) und des Aiki Jutsu Eingang.

Damit ist das System noch lange nicht abgeschlossen. Die Kampfkunst wird von uns als lebendes System verstanden, das mit seinen Anwendern wächst.